Arbeitsrecht: Bei Berechnung des Mindestlohns darf Bonus mit einfließen
Eine Arbeitnehmerin verdiente bis zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns im Januar diesen Jahres 8,10 € pro Stunde als Grundvergütung. Daneben erhielt sie einen freiwilligen Leistungsbonus von bis zu 1 € pro Stunde. Nachdem das Mindestlohngesetz in Kraft trat, blieb der Stundenlohn bei 8,10 €, der Leistungsbonus wurde jedoch auf mindestens 40 Cent festgesetzt. In der Gesamtberechnung verdiente die Frau also immer mindestens 8,50 € pro Stunde und könnte maximal 9,10 € erreichen. Vor Gericht versuchte die Frau zu erstreiten, dass der Bonus nicht in die Berechnung des Mindestlohns einfließen dürfe. Arbeitsgericht: Mindestlohn ist auch für Leistungsboni anrechenbar Mit diesem Begehren scheiterte die Frau jedoch nun vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf (Urt. v. 20.04.2015; Az.: 5 Ca 1675/15). Der gesetzliche Mindestlohn sei auch auf Leistungsboni anrechenbar, das heißt der bisher freiwillig gezahlte Bonus dürfe auf den festen Lohn aufgeschlagen werden. Entscheidend sei nämlich, dass mit dem Bonus ebenso wie mit dem Gehalt die Arbeitsleistung abgegolten werde. Zweck des Mindestlohngesetzes sei es, durch das Einkommen den eigenen Lebensunterhalt sichern zu können. Deshalb dürften in die Berechnung des Lohns all die Leistungen einfließen, die als Gegenleistung für erbrachte Arbeit gezahlt würden. von Bergner – Rechtsanwälte, Fachanwälte, Notare Büro Quickborn Bahnhofstraße 112 25451 Quickborn Tel: 04106 6392 653Fax: 040 2000 855 77 Mail: mail@vonbergner.eu
Brauchen Sie rechtliche Unterstützung?
Unsere Fachanwälte beraten Sie gerne zu diesem Thema. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.
Nur für Arbeitsrecht sowie die Themen Kündigung, Abfindung und Aufhebungsvertrag.
Das könnte Sie auch interessieren
Alles Wichtige zur Abmahnung
Bevor ein Arbeitgeber zur Kündigung greift, muss er zuvor den Arbeitnehmer meistens abmahnen. Die Abmahnung ist nämlich ein…
WeiterlesenOrdentliche Kündigung wegen lang andauernder Erkrankung
Der Kläger arbeitete seit Juli 2001 als „Call-Center-Agent“ in der Betriebsstelle Erfurt, einer der zwei Betriebsstätten, des Beklagten.…
WeiterlesenSonderkündigungsschutz: Pflegezeit
Befindet ein Arbeitnehmer sich in der Pflegezeit, muss er also einen nahen Angehörigen besonders pflegen, so genießt er…
Weiterlesen